Die USA als Militärmacht - Kriegslogik im Atomzeitalter - SALT

Nichts ist geeigneter zur Klarstellung der Herrschaftsverhältnisse in der vom Imperialismus eingerichteten Welt als die westlichen Klagen darüber, daß die Sowjets nichts unversucht lassen, strategische Stützpunkte in Afrika und Asien zu bekommen. Darin ist nämlich die Selbstverständlichkeit unterstellt, daß die Nutzung militärischer Basen in diesen Kontinenten wie die Kontrolle der weltweiten Seeverbindungen in der Hand der westlichen Großmächte ist — vor allem aber sind es die USA, denen es an Stützpunkten in der Welt nicht mangelt: kein Gebiet, das für die USA von Bedeutung ist, bleibt von deren militärischer Kontrolle ausgenommen. Und außer der großen Sowjetunion bleibt da nicht viel übrig. Die Verschickung russischen Militärs nach Kuba ist eine imperialistische Expansion; der amerikanische Soldat verteidigt den Imperialismus, indem er erst einmal außerhalb seiner Heimat hockt, ob nun auf Grönland, Deutschland oder Korea. Die USA sind die "Führungsmacht des Westens" und damit der Weltpolizist — die Erklärung eines amerikanischen Präsidenten, die USA seien ihrer Rolle als Weltpolizist überdrüssig, belegt die Tatsache, daß der ganze Inhalt der Außenpolitik dieser Nation eben diese Rolle ist, und endet stets mit der Versicherung, die USA würden der Verantwortung für die Welt weiterhin gerecht werden. Das heißt allerdings bei weitem nicht, der Unterhalt ihrer Kriegsmaschinerie in der Welt geschähe um der Verfolgung uneigennütziger Ziele "des Westens" willen. Vielmehr erklären die USA die Welt zu einer Bedingung ihrer nationalen Souveränität. Was sie zur Aufstellung dieser Gleichung treibt, ist allerdings nicht deren Grund — wenn die Weltmacht USA darauf beruht, die ökonomische Konkurrenz für sich funktionalisiert zu haben, so ist sie zu ihrer Bewahrung darauf angewiesen, daß die Herrschaftsverhältnisse in der Welt dieser Funktionalisierung nicht widersprechen —; sie pflegen diese Gleichung in der Form ihrer Notwendigkeit vom Standpunkt der Realisierung von Zielen im Krieg aus so zu begründen:

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1979, 2024 | 104 Seiten | 10 €  Zum Warenkorb
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Die USA als Militärmacht - Kriegslogik im Atomzeitalter - SALT 

I

Nichts ist geeigneter zur Klarstellung der Herrschaftsverhältnisse in der vom Imperialismus eingerichteten Welt als die westlichen Klagen darüber, daß die Sowjets nichts unversucht lassen, strategische Stützpunkte in Afrika und Asien zu bekommen. Darin ist nämlich die Selbstverständlichkeit unterstellt, daß die Nutzung militärischer Basen in diesen Kontinenten wie die Kontrolle der weltweiten Seeverbindungen in der Hand der westlichen Großmächte ist — vor allem aber sind es die USA, denen es an Stützpunkten in der Welt nicht mangelt: kein Gebiet, das für die USA von Bedeutung ist, bleibt von deren militärischer Kontrolle ausgenommen. Und außer der großen Sowjetunion bleibt da nicht viel übrig. Die Verschickung russischen Militärs nach Kuba ist eine imperialistische Expansion; der amerikanische Soldat verteidigt den Imperialismus, indem er erst einmal außerhalb seiner Heimat hockt, ob nun auf Grönland, Deutschland oder Korea. Die USA sind die "Führungsmacht des Westens" und damit der Weltpolizist — die Erklärung eines amerikanischen Präsidenten, die USA seien ihrer Rolle als Weltpolizist überdrüssig, belegt die Tatsache, daß der ganze Inhalt der Außenpolitik dieser Nation eben diese Rolle ist, und endet stets mit der Versicherung, die USA würden der Verantwortung für die Welt weiterhin gerecht werden. Das heißt allerdings bei weitem nicht, der Unterhalt ihrer Kriegsmaschinerie in der Welt geschähe um der Verfolgung uneigennütziger Ziele "des Westens" willen. Vielmehr erklären die USA die Welt zu einer Bedingung ihrer nationalen Souveränität. Was sie zur Aufstellung dieser Gleichung treibt, ist allerdings nicht deren Grund — wenn die Weltmacht USA darauf beruht, die ökonomische Konkurrenz für sich funktionalisiert zu haben, so ist sie zu ihrer Bewahrung darauf angewiesen, daß die Herrschaftsverhältnisse in der Welt dieser Funktionalisierung nicht widersprechen —; sie pflegen diese Gleichung in der Form ihrer Notwendigkeit vom Standpunkt der Realisierung von Zielen im Krieg aus so zu begründen:

"Die USA als Insel kontinentalen Ausmaßes, vom Antarktischen, Pazifischen und Atlantischen Ozean umgeben, können nicht als funktionierende und freie Demokratie bestehen, wenn die Randländer von Eurasien — Afrika in das sowjetische Sicherheitssystem integriert sind. Es wäre wohl das physische (!) Überleben gesichert, aber in ihrer geopolitischen Isolierung glichen die USA einer belagerten Festung mit fester Disziplin und illiberaler Praxis. Das grundlegende Ziel der USA muß das 'Containment' der sowjetischen Herzland - Macht sein, um eine sowjetische Hegemonie über die Weltinsel Eurasien - Afrika zu verhindern." (Colin S. Gray, Geopolitik, in: österreichische Militär Zeitschrift, Heft 1/79)

Die Gewährleistung einer Welt, die als Mittel der amerikanischen Demokratie funktioniert, des Weltfriedens also, den der letzte Weltkrieg gebracht hat, ist eine Sache der Aufrechterhaltung des Machtverhältnisses, welches zwischen den USA und dem Rest der Welt existiert, dessen Maß sich ausschließlich durch den Krieg herausstellt und veränderbar ist. Der Standpunkt des politischen Mittels Krieg allerdings, also der Diplomatie, erzeugt Gesetzmäßigkeiten, welche die politische Durchsetzung der Staaten gegeneinander abhängig machen von dem, was eine Nation an natürlichen und sachlichen Voraussetzungen ihrer selbst zu bieten vermag. Die Bewährung der Nation im Krieg mittels der militärischen Gewalt, die sie aufbringt, hängt ebenso davon ab, was sie geographisch ist, als auch davon, was sie als Potential zum Führen des Krieges zu mobilisieren imstande ist: ihr ganzer ökonomischer Reichtum kommt zum Einsatz als der Faktor, der Ausmaß und Dauer eines Krieges bestimmt. Was in dieser Hinsicht die USA betrifft, so haben sie in zwei Weltkriegen die beachtliche Leistung vollbracht, beide siegreich zu beenden, ohne daß zu irgendeinem Zeitpunkt die Gefahr bestand, daß der Krieg um s i e als "Insel" ging. Im letzten Krieg haben die USA es sich leisten können, die Kriegsverbündeten zu einem guten Teil mit Kriegsmaterial mitzuversorgen, und standen dennoch am Ende da als eine Nation, deren Reserven durch den Krieg noch lange nicht erschöpft waren. Die erste Weltmacht bewährt sich als Kriegsnation durch ihre überlegene ökonomische Potenz wie durch das — von keiner anderen kapitalistischen Nation bestrittene — Dogma, daß die Kriege der USA grundsätzlich um der Unversehrtheit amerikanischer Macht willen geführt werden, also weit von der Heimat entfernt. Das im § 4 der Ableitung angegebene Allgemeine über den Lohn des Krieges erfreut sich im Fall der USA einer Besonderheit, welche die .Ungerechtigkeit' in der Welt gerade auf dem Felde der staatlichen Gewalt, des Militärs und des Krieges widerspiegelt. Im Unterschied zu allen anderen etablierten Gemeinwesen, die Militär unterhalten und Kriege durchführen, weil die Wiederherstellung des durch andere gebrochenen Friedens ein Mittel ist, erlittenen Schaden zu kompensieren, sind für die USA Militär und Krieg von vornherein da zur Verteidigung eines errungenen ökonomischen Vorteils: der Verwandlung der Weltkonkurrenz zu einem Mittel ihrer nationalen Ökonomie. Der Unterhalt der gewaltigen Kriegsmaschinerie macht den USA kein allzu großes Kopfzerbrechen. Zieht man das Geschäft ab, das durch den immensen Rüstungsexport zustande kommt (Einschränkungen haben sich hier ergeben, weil die mitteleuropäischen Abnehmer, voran die Bundesrepublik, inzwischen wieder über eine eigene Rüstungsindustrie verfügen, die über die Selbstversorgung hinaus in Konkurrenz zu den Amerikanern tritt); berücksichtigt man den Umstand, daß sich die Amerikaner die Stationierung ihrer Streitkräfte in Europa und Asien bezahlen lassen, und stellt den politischen Nutzen in Rechnung, der sich durch das ökonomische Aufblühen eines Inselvölkchens im Pazifik infolge der Verwendung dieser Insel als Militärstützpunkt herstellt, dann bleiben für die immer noch gewaltigen faux frais, die sich die USA mit ihrem Militärhaushalt leisten, immer noch die Argumente gültig, wie die USA bislang ihre ökonomischen Probleme auf Kosten anderer zu lösen wissen. Im übrigen ist der "militärisch-industrielle Komplex" der Amis sehr zu Unrecht Quelle von Komplexen bei Liberalen und Friedensforschern geworden — der Rüstungssektor, der größte Industriezweig der Nation! — ist weitgehend der Garant des technologischen Fortschritts der USA und nicht etwa eine Institution des Mißbrauchs desselben. Und was sich als der Lohn des Krieges überhaupt zusammenfassen läßt, den er für die USA besitzt, so ist die Tatsache nicht zu übersehen, daß ohne die beiden großen Kriege die USA ökonomisch nicht das wären, was sie heute sind: Ihre eigenen Verluste hielten sich im Verhältnis zu denen der anderen in Grenzen — Amerika ist auch in Kriegszeiten immerzu aufgebaut worden, nie der Zerstörung ausgesetzt gewesen, nimmt man einmal Pearl Harbour aus —, positiv brachten die bisherigen Weltgemetzel für die USA den Niedergang der alten Weltmächte Frankreich, Großbritannien und Italien mit sich und die Zerschlagung der aufsteigenden Äste Deutschland und Japan, wobei die einen sich ökonomisch nicht länger als Großmächte halten konnten und die anderen vorerst keine solchen wurden. Das ist bis heute so geblieben, such nachdem sich jene Nationen wieder einiges an militärischer Pracht aufgestellt haben: Die sechs oder sieben Atomunterseeboote der Franzosen z. B. allein daran zu messen, was die USA in dieser Hinsicht zu bieten haben, wäre ein reiner Witz, weswegen diesen Vergleich niemand anstellt. Die USA traten verantwortungsvoll in die weltweiten "Fußstapfen" der alten Mächte, wie es die politische Ideologie nennt.

Begünstigte die geographische Lage die USA (vom Standpunkt von Krieg und Frieden) bei ihrem Aufstieg als Nation — er vollzog sich jenseits der zwischen den europäischen Großmächten umstrittenen Einflußsphären und bedurfte zu seiner militärischen Absicherung lediglich des Aufbaus einer atlantischen Flotte —, so haben sich die kriegsstrategischen Notwendigkeiten der Verteidigung der amerikanischen Nation mit ihrer Etablierung als Weltmacht gerade aufgrund ihres natürlichen Daseins als Weltinsel ein klein wenig geändert. Während nach wie vor das ganze Lateinamerika als militärstrategisches Problem der USA nicht existiert, wobei Cuba ein lästiger Pickel ist, beginnt die Verteidigung der USA streng nach den Resultaten des letzten Krieges an den vordersten Fronten gegen den Sowjetkommunismus. Dabei besteht für die USA andererseits Klarheit darüber, daß zwischen diesen Fronten und den Küsten Amerikas, also in der Welt fremder Herrschaften unterschiedlichen Charakters, denen die USA sich eng verbunden fühlen, in Sachen Weltfrieden nicht wie selbstverständlich alles in Ordnung geht. Mit einer diplomatischen Leistung ersten Ranges (die aber auch nur dadurch eine ist, weil sich keiner der Notwendigkeit des ,,Schutzes" durch die USA entziehen kann) schaffen sich die USA die militärische Garantie ihrer Souveränität über die Welt: Innerhalb von neun Jahren nach dem Kriegsende gewinnen sie vierundvierzig Verbündete in Militärpakten und -abkommen, als da sind die Staaten des Rio-Paktes; der NATO; Taiwan, Japan, Neuseeland und Australien; die Staaten des Manila-Paktes; Iran; Südkorea und Spanien. Vorrangig hierbei das in der Geschichte des Imperialismus wirklich einmalige Kriegsbündnis der nordatlantischen kapitalistischen Nationen (NATO), das für die USA die "Eindämmung" der UdSSR samt ihrer Anhängsel leistet, der berühmte "Kalte Krieg" gegen die zweite Weltmacht, welche die Funktionalität der Welt für die USA nicht bloß politisch, sondern geopolitisch aufgrund der Tatsache bedroht: "Solange die Sowjetarmeen an der Elbe stehen, wird Westeuropa nicht sicher sein"(Kissinger). Ein einzigartiges Kampfbündnis gegen die Einschränkung der freien Welt insofern, als hier souveräne, freie Nationen keineswegs eine stets widerrufliche Allianz bilden, sondern ihre militärische Unterordnung unter die "Führungsmacht" zum Inhalt ihrer militärischen Souveränität erklären. Mit den Argumenten seiner Propagierung für die Massen fällt der Zweck dieses Bündnisses, das Problem der amerikanischen Strategie zu lösen, nicht gerade zusammen:

"Tatsächlich hängt das Mächte-Gleichgewicht in der Welt davon ab, ob wir imstande sind, die Hilfsquellen und das Menschenmaterial Westeuropas vor dem Zugriff eines Aggressors zu bewahren. Der Schlüssel zu Eurasien ist Westeuropa; sein Verlust würde den Verlust des Nahen Ostens und die Erhebung Afrikas (!) mit sich bringen. Damit aber würde sich in einem totalen Krieg das strategische Übergewicht nach der UdSSR verlagern. Wenn die Vereinigten Staaten je auf die "Festung Amerika" angewiesen wären, oder die sowjetische Expansion auch nur eine Lähmung des Widerstandwillens unserer Verbündeten zur Folge hätte, würde die westliche Hemisphäre zwei Dritteln der Menschheit und einem fast ebenso großen Teil all ihrer Hilfsquellen gegenüberstehen, und unsere Weiterexistenz wäre in Frage gestellt. Bestenfalls wären wir zu einer mit der amerikanischen Lebensauffassung unverträglichen militärischen Anstrengung (!) gezwungen, und schlimmstenfalls wären wir nicht mehr Herr unserer Politik." (Kissinger, Kernwaffen und auswärtige Politik (1957), S. 231/232)

Solch rohe Behandlungsart gegenüber "Mächten, mit denen wir geschichtlich und kulturell viel gemeinsam haben", tut die Entschlossenheit kund, auch im nächsten Weltkrieg Europa als Schlachtfeld für die Vorwärtsverteidigung der USA zu nutzen — mit dem Unterschied, daß dies von vornherein passiert. Sie muß im übrigen auch nicht wegen angeblicher Widersprüche in der Strategie der "flexible response" beklagt werden, wie dies sich unsere kritischen nationalen Kriegsplaner vom Schlag Weizsäckers angelegen sein lassen. Ihr Witz liegt vielmehr darin, daß sie von demselben Standpunkt amerikanischer Souveränität getragen ist, der im Vietnamkrieg sich betätigt hat — was die Betroffenen sich lieber nicht eingestehen. Daß die Amerikaner in Vietnam ohne Atomwaffen ausgekommen sind — die biologisch-chemische Kriegskampfform hat als Ergänzung zur normalen Munition ja ihre Dienste getan —, hat nämlich auf der anderen Seite nicht zu bedeuten, daß im europäischen Krieg Nummer drei in diesem Jahrhundert unverzüglich mit dem atomaren Zeug losgeballert wird - ganz im Gegenteil.

Die USA sind eine Macht, deren herausragende Stellung im politischen Weltklüngel — soll sie sich als diese besondere Souveränität erhalten — danach verlangt, Angelegenheiten ihrer Diplomatie stets unter dem Kriterium Krieg oder Frieden ? abzuwickeln, also eine Kalkulation anzustellen, die sich die anderen Staaten deshalb nicht leisten können, weil sie eben in den USA einer Macht gegenüberstehen, die auf dem Standpunkt steht, daß sie sich noch alles herausnehmen kann. Als solche Macht haben die USA es sich zur lieben Gewohnheit gemacht, sich selbst gemäß den Erfordernissen einer Kriegsnation zu reflektieren. Die Wucht der amerikanischen Macht besteht in der Freiheit, die sie sich zur Entscheidung außenpolitischer Fragen nimmt: sie hat die Wahl. Um so widerlicher ist deswegen der Opportunismus des Nationalbewußtseins hierzulande, wenn angesichts solcher Herausforderungen des amerikanischen Imperialismus wie seitens eines islamischen Aufstandes im Iran die Ohnmacht des amerikanischen Präsidenten beschworen wird, am besten dann noch in Anbetracht und in Besprechung der Maßnahmen, die sich die USA als diejenigen ausgesucht haben, die einen solchen Fall zu bereinigen imstande sind. Haben sich die USA unter Berücksichtigung aller für sie geltenden Umstände dann zum Beispiel für eine begrenzte .Kriegsaktion entschlossen, so ist dies nicht ihre l e t z t e Option gewesen, sondern die beste aller möglichen. Über eine Behauptung ihrer Macht, die Krieg führt, um den Frieden wiederherzustellen, weil sie letzteren braucht und deswegen die Mittel für ersteren um so notwendiger benötigt, sind die USA hinaus. Als Repräsentant des Weltfriedens brauchen sie nur eines: die freie Kalkulation mit dem Krieg. Diesem Zweck entsprechend und aufgrund der Tatsache, daß keine Macht den USA diese Kalkulation bestreiten kann, gestalten sich die Vor- und Nachbereitungsdebatten der USA um ihre Kriege nach dem Prinzip des Verhältnisses von Wunsch und Machbarkeit, also auch um die Mißverhältnisse, die sich ein Präsident in diesen Fragen leistet. Kein Mißverhältnis, sondern Demonstration des luxuriösen Verhältnisses zu Krieg und Frieden ist, daß die CIA in eigener Regie irgendwo Kriege führt, von denen selbst der Präsident nichts Genaues weiß. Was die Beherrschung des Mittels Krieg selbst angeht, so sind die USA nicht untätig geblieben, um es den Notwendigkeiten ihrer Politik gemäß zu bewältigen. Ihre Kriege haben die USA militärisch bislang durch zwei Merkmale ihrer Stärke entscheiden können: einmal durch den Einsatz quantitativer Überlegenheit zum Eindrucksvollsten in dieser Hinsicht muß man die Herstellung der für den Krieg mit Japan entscheidenden erdrückenden Übermacht der amerikanischen Kriegsmarine zählen: in dem Zeitraum von 1941 bis 1944 steigerten die Amerikaner allein die Zahl ihrer Flugzeugträger von 7 auf 125, die ihrer Zerstörer von 180 auf 879, die ihrer Landungsschiffe von Null auf über 75 000!), zweitens durch die Effektivität der Mittel, über die die Amerikaner verfügen. Krieg ist zwar Krieg; entschieden wird er aber danach, ob man sich einer effektiveren Kriegsmaschinerie bedienen kann als der Feind. Die Militärmacht USA steht stets an der Spitze des militärischen Fortschritts. Deswegen sind sogar in Europa gehegte Vorstellungen wie die, hierzulande sei ein Krieg "undenkbar" geworden infolge der furchtbaren Wirkungen der Atomwaffen, oder auch "es wäre alles aus", wenn es einmal losgeht, nicht bloße Wunschvorstellungen, sondern haben mit dem Fortschritt zu tun, den die USA mit dem Kriegswesen angestellt haben — freilich nicht mit dem wirklichen, sondern mit dessen Ideal. Mit der Rationalisierung des Krieges durch die Atomwaffe haben die Amerikaner den Versuch unternommen, Kriege zu gewinnen, ohne sie führen zu müssen; eine Souveränität gegenüber der Logik des Krieges, die allerdings nur eines hervorbringt: die Kriegslogik im Atomzeitalter.

II 

Die Logik eines Krieges, der mit Atomwaffen ausgefochten wird, unterscheidet sich keineswegs von den Gesetzmäßigkeiten, die noch jeden Krieg zwischen Staaten kennzeichnen; und diese Gesetzmäßigkeiten resultieren aus dem Ziel des Krieges: den Feind unter Anwendung aller zur Verfügung stehenden Gewalt in den Zustand der Wehrlosigkeit zu versetzen. Die Vernichtung von Menschenleben und sachlichem Reichtum ist das Mittel, den Willen des feindlichen Souveräns und der Leute zu brechen, die diesen Willen exekutieren. Und jeglicher Fortschritt im Kriegswesen — hier hat die Anwendung der modernen Naturwissenschaft einiges geleistet — dient der Effektivierung der einschlägigen Verfahren. Das Militär dürstet vor allem dann nach der Verbesserung der Kriegsmittel, wenn das Werkzeug, das auf beiden Seiten vorhanden ist, einen Sieg nicht erlaubt, wodurch jedes Blutbad plötzlich sinnlos wird. Dem militärischen Geist ist es unerträglich, wenn die Verteilung des Gewaltarsenals die Entscheidung verhindert, auf die es ankommt, und aus der Auseinandersetzung eine prinzipiell unbegrenzt fortsetzbare Angelegenheit macht. Auch der letzte Krieg ist durch die Panzerschlachten vorentschieden worden, seine Beendigung gelang durch den Griff zur modernisierten Technik, auf die man seit dem I. Weltkrieg wegen des grundsätzlichen Patts auf dem Schlachtfeld mit Gewehr, Artillerie und Tank scharf war: der Bombenkrieg aus der Luft hat da Abhilfe geschaffen, aus dem "strategischen Dilemma" herausgeführt. Die Deutschen haben angefangen, doch waren ihre Bomben zu klein und ihre Flugzeuge nicht effektiv genug. Die Abwurftechniken der Engländer und Amerikaner waren überlegen, ihre 12000-pfündigen Luftminen von einem anderen Kaliber. Noch eindrucksvoller die beiden Atombomben, mit denen die Amerikaner den Rest an japanischem Widerstand brachen, um Verlust an eigenem Leben und Material zu sparen: die "Little Boy" (!), die fast 100.000 Menschen schaffte, erledigte Hiroshima, die "Fat Man" Nagasaki. Die phantasiereiche Namensgebung entspricht dem, worauf es im Krieg ankommt: die "Fat Man" war leichter als der "Little Boy", aber von höherem Wirkungsgrad.

Das Argument, auf dem die Ideologie vom "Atomzeitalter" beruht, mit den Kernspaltungs- und Kernfusionswaffen sei der Krieg so schlimm geworden, daß er keinen Sinn mehr habe, will a n dem Mittel Atombombe überhaupt keinen Zweck entdecken. Als ob der Krieg eine höchst relative Sache wäre, als ob es relative Vernichtung gäbe, wird so getan, als stünde die totale Vernichtung einer Gesellschaft in keinem Verhältnis mehr zum Zweck einer Politik, die mit dem Krieg die Angelegenheiten zwischen Staaten neu regeln will. Einmal abgesehen davon, daß dieses Argument in seiner ideellen Elementarform nicht mehr vorgebracht wird, vielmehr gleich der "Hintergrund" der aktuellen militärischen Lage, in der es nicht länger ein amerikanisches Monopol auf das atomare Zeug gibt, mit zur Sprache kommt: es leistet sich schlicht den Luxus, von der militärischen Brauchbarkeit der Atomwaffen abzusehen. Die Wirkung, die von der Sprengkraft kleiner und größerer "boys" ausgeht — die Druckwelle, das Feuer und die Strahlung — vernichtet immerhin mit einem Schlag Stadt und Land, Mensch und Industrie, nebenbei die Streitkräfte des Feindes: der Zweck des Krieges ist mit einem Schlag erreicht! Rationeller als durch die Anwendung dieses Mittels, das seinen Zweck unmittelbar hergibt, läßt sich ein Krieg nicht führen — auch wenn im Falle eines Landes wie der Sowjetunion eine gehörige Anzahl "Little Boys" vonnöten ist. Die umständliche Skala von Kampfhandlungen reduziert sich auf die eine, das Zeug genau ins Ziel zu bringen. Dementsprechend begeistert sind denn auch die Amis von ihrer "absoluten Waffe" gewesen; sie begrüßten sie freudig als Garantie ihrer Unverwundbarkeit und entdeckten in ihr den friedlichen Übergang von Diplomatie zum Krieg. Die Drohung mit der nationalen Vernichtung ohne Gelegenheit zu gegnerischen Scharmützeln war für die Politiker der USA das diplomatische Mittel schlechthin, das in der Tat etliche Erfolge gezeitigt hat, als die Erpreßbarkeit der UdSSR in dieser Hinsicht noch keine Grenzen kannte.

Dennoch ist auch dem amerikanischen Staat der Haken an den Dingern aufgefallen: derselbe Effekt, der dem Krieg zu seiner optimalen Ausgestaltung verhilft, hat die blöde Nebenwirkung, daß die politische Kalkulation mit dem Krieg eingeschränkt wird. Die Vernichtungskraft des Geräts ist nicht deswegen ein Problem, weil sie ein enormes Maß an Elend unter der Menschheit anrichtet — was diese Seite anlangt, sehen die offiziellen Überlegungen ziemlich beruhigend aus: ein verseuchtes Land läßt sich auch bald wieder betreten, zumindest bei geeigneten Schutzmaßnahmen; die japanischen Krüppel leben erstaunlich lange; Untersuchungen haben gezeigt, wie schnell die Natur in den Übungsgebieten im Stillen Ozean wieder der "Normalisierung" fähig ist usw. —, sondern weil das den strategischen Spielraum einengt. Die jeweiligen Kriegsziele entsprechen nämlich immer einer besonderen Lage, und die gebietet keineswegs immer gleich die totale Vernichtung des Feindes (Berlin, Iran, Korea usw.); den politischen Absichten entsprechen Varianten der Kriegsführung, mit denen ein feindliches Gemeinwesen zur Unterordnung bewegt werden soll — und da ist ein atomarer Schlag keineswegs immer das Passende. Der imperialistische Alltag verlangt schon eine differenziertere Handhabung der Gewalt, der Weltkrieg ist nicht alle Tage, weil das letzte Kriegsziel oft den Zielen gar nicht dient, die mit dem Krieg sichergestellt werden sollen. Sowenig es je sicher ist, daß ein Aufstand in der "Dritten Welt" vor seiner atomaren Auslöschung prinzipiell verschont ist — das mit dem ,,zurück in die Steinzeit" kann schon unter Umständen die beste Lösung sein für die USA —, so offenkundig ist die Unzweckmäßigkeit eines solchen Vorgehens in manch einem "konkreten" Fall:

"Bei einer Polizeiaktion gegen eine nicht-atomare Macht geringer Größe (!) oder bei einem Bürgerkrieg, in dem die Bevölkerung gewonnen (!) werden muß, kann der Gebrauch von Atomwaffen aus politischen oder psychologischen Gründen unnötig oder unklug sein." (Kissinger, S. 162)

Aus solchen Glanzlichtern amerikanischer Diplomatiekunst wird ersichtlich, wie wenig Kopfzerbrechen der abstrakte Widerspruch eines Atomwaffenkrieges denen bereitet, die ihn beschließen oder ablehnen. Diese Leute wissen, daß die unbedingte Ausschaltung des Gegners die Ausnahme zu bleiben hat, daß sie sich das letzte Mittel als Drohung für das Versagen anderer Verfahrensweisen vorbehalten müssen. Weit davon entfernt, die Pracht ihrer Massenvernichtungsmittel unkritisch anzuhimmeln, bescheinigt ihnen der amerikanische Stratege ihre Relativität — auf die Idee, im "Zeitalter" der Atombombe bleibe für das Kriegführen nur das Hantieren mit dem furchtbarsten Zeug übrig, kommt nur die seltsame Zunft der Friedensforscher — der amerikanischen Kriegslogik eröffnen sich da ganz andere Perspektiven: gerade, wenn man sich den Atomschlag als letztes Mittel vorbehält, tritt man in das Reich der militärischen Freiheit ein; man braucht nur auch im übrigen Bereich des kriegstechnischen Fortschritts unschlagbar zu sein, und schon gibt es die Kalkulation mit dem konventionellen Krieg, der sich mit der Drohung, das letzte Mittel einzusetzen, hervorragend zur Durchsetzung der politischen Ziele eignet. Bei Fachleuten liest sich das so:

"Die Vereinigten Staaten gingen aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem Atomwaffenmonopol und mit einer Luftflotte von Mittelstreckenbombern hervor, die von Stützpunkten in Europa und dem Femen Osten ... praktisch überall auf dem europäischen und asiatischen Kontinent Ziele angreifen konnten. Aber weder Bomber noch Bomben standen in reichlicher!!) Menge zur Verfügung, und so schien die Vermutung gerechtfertigt, daß, falls die neue ideologische Auseinandersetzung zwischen den kommunistischen und den westlichen Mächten sich zu einem Krieg entwickle, dieser Krieg die gleiche Form annehmen würde wie der letzte, nämlich Hauptzusammenstöße zwischen den Heeren, wobei die Kernwaffen den strategischen Bombenangriffen eine entscheidendere Rolle verschaffen würden als im Krieg gegen Deutschland. Mit anderen Worten, man betrachtete die Kernwaffen als wirkungsvollen Zusatz zur herkömmlichen Verteidigungsstrategie (!) und nicht als direkte Form der Abschreckung." (Buchanan, "Der Krieg in unserer Zeit", S. 6)

Insofern, als die Zeiten vorbei sind, in denen sich die UdSSR im Zustand des "atomaren Patts" befand, sind vielleicht ein paar Anmerkungen zum "Gleichgewicht des Schreckens" nicht unnütz, zumal die neuen Umstände bisweilen dazu herhalten müssen, der hier vorgestellten militärischen Logik ihr Ende zu bescheinigen. Der technischen Perfektionierung des Atomwaffenarsenals — "Verfeinerung" der nuklearen Sprengköpfe hinsichtlich Stärke, Dosierung der Wirkungskomponenten für gewünschte Einsatzzwecke, Verbesserungen der Raketentechnik in bezug auf Reichweite und Treffsicherheit — läßt sich freilich nur die Anwendung dieser Logik entnehmen. Die dem Publikum offerierte "Gratwanderung" zwischen Weltkrieg und Weltfrieden, die "Strategie der Abschreckung" und dergl. bilden nicht den geringsten Gegensatz zur Betrachtung der Kernwaffen "als wirkungsvollen Zusatz zur herkömmlichen Verteidigungsstrategie". Die USA sind nur über ein Faktum erschrocken: sie können die Russen zwar mit einem ziemlich dichten atomaren Feuer belegen, müssen aber im Ernstfall selbst ein paar Städte von ihrer Landkarte streichen. Einerseits zweifelt kein US-Stratege daran, daß die geballte Militärmacht der freien Weltmacht jeden Ort auf dem Erdball (auch der Weltraum ist da inzwischen erschlossen!) unterwerfen kann; andererseits weiß jeder, der es wissen muß, daß ein noch so eindeutiger Sieg in einem Waffen-Bang fern der Heimat nicht mehr wie in den gelaufenen Kriegen die Heimat vor ernsthaften Schäden bewahren kann. Angesichts dieser unbestreitbaren Einschränkung amerikanischer Macht hat sich der Generalstab eben damit abgefunden, daß die Chance für einen atomaren Präventivkrieg vertan worden ist; heute ist er nicht mehr zu haben. Die sorgenvolle Feststellung:

"Angesichts der Tatsache, daß beide Seiten imstande sind, sich vernichtende Schläge zuzufügen, sieht es so aus (eben!), als ob der Krieg keine vernünftige Handlungsweise (!) mehr darstellt." (Kissinger, 72)

hat dennoch nicht zur Abdankung der Obersoldaten geführt, vielmehr zum entschlossenen Kalkül mit allen Möglichkeiten, auch angesichts des "atomaren Patts" den Atomkrieg als "vernünftige Handlungsweise" zu retten und führbar zu machen. So gibt es eben ein atomares Wettrüsten, in dem sich die USA dem "Gleichgewicht des Schreckens" zu entziehen suchen. Auf Basis der Logik des "letzten Mittels" wird das Risiko seiner Verwendung so klein wie möglich gehalten. Sehr menschliche Feststellungen wie:

"Der totale Krieg hat aufgehört, ein sinnvolles Werkzeug der Politik zu sein"

sind so gemeint:

"Dies soll nicht besagen, daß wir es uns leisten können, nicht zur Führung eines totalen Krieges imstande zu sein ... Es liegt auf der Hand, daß die ... Risikorechnung sich zu unseren Ungunsten verändern würde, wenn wir nicht eine sichere Möglichkeit zu einer massiven Vergeltung behalten würden ... Die Kontrolle über die Bedingungen, von denen es abhängen wird, ob es einen totalen Krieg geben wird oder nicht, wird größtenteils von uns abhängen. Von unserer Entscheidung allein hängt es ab, ob wir uns im Rennen um die Technik behaupten, ob unsere Vergeltungsstreitkräfte richtig verteilt sind, ob unsere Luftverteidigung dem Feinde das Maximum von Verlusten beibringen kann und schließlich, ob unsere zivile Verteidigung in der Lage ist, eine Panik (!) zu verhindern. ... So ist das Gleichgewicht des totalen Krieges von Natur aus unsicher. Es wird ein ständiges Wettlaufen zwischen Offensive und Defensive erzwingen und es wird von unserer Seite einer riesigen Anstrengung bedürfen, nur um auf der gleichen Höhe zu bleiben." (Kissinger, S. 109)

Die Ideologie über die Notwendigkeit einer Erhaltung der "Stabilität" in einem "System der stabilen Abschreckung" braucht hiernach nicht länger ernst genommen zu werden. Es geht bei diesem vollständigen Irrsinn eben nur um das eine: die Durchsetzung der Rationalität des Krieges als Mittel der Politik auch und gerade dann, wenn es um den totalen Krieg in seiner Betrachtung als eines besonderen Kriegszieles geht. Es ist eben der militärische Geist, der auf Biegen und Brechen zu seinem Dogma steht, daß für den Einsatz des Mittels der Vernichtung nur das Kriterium des Erfolgs zählen darf. Die Kalkulation mit 20 Millionen eigenen Toten, wenn der Gegner dafür das Doppelte verliert, ist die realistische Rechnung des dritten Weltkriegs.

Damit diese Rechnung aufgeht, muß die Überlegenheit der amerikanischen "Vergeltungsstreitkräfte" über das entsprechende Potential bei den Russen unbedingt hergestellt werden. Das atomare Wettrüsten hat die Kalkulierbarkeit des "letzten Mittels" wiederherzustellen. Frei ist die Kalkulation dann wieder, wenn das Risiko für den Feind immer größer ist als der Vorteil, den er sich ausrechnen kann . — so daß die Strategie des Atomkrieges ganz zu Recht mit Hilfe von Computern errechnet wird. Was die Rechenmaschinen beziffern, sind so interessante Größen wie "Erstschlagskapazität" und "Zweitschlagskapazität", die Ideale eines Strategen von heute, bei deren Verfolgung inzwischen auch wieder der Bevölkerung des feindlichen Staates eine Bedeutung zukommt: die gezielte Demoralisierung der "Bürger", aber auch der "Sicherheitsorgane" beim Feind wird durchaus in Erwägung gezogen, wenn Strategen ihre Plan"spiele" taktisch konkretisieren. An erster Stelle bei diesen Überlegungen steht allerdings das Unangreifbarmachen der eigenen Streitmacht, denn dies ist im atomaren Kalkül bereits ein Angriff. Auch und gerade im Zeitalter der Atomraketen muß dem Angriff wie der Verteidigung des Feindes vorgebaut werden, und das haben die maßgeblichen Amerikaner beherzigt. Darauf bedacht, sich niemals ihres letzten Mittels berauben zu lassen, also auf jeden Fall einen vernichtenden Schlag landen zu können, haben sie für die getrennte Stationierung ihrer atomaren Wuchtbrummen zu Lande, zu Wasser und in der Luft gesorgt. Des weiteren haben sie einiges unternommen, um die Zielgenauigkeit ihrer Atomraketen zu erhöhen; das geschieht durch MIRV, MARV und so, weil eben die bloße Stärke einer Ladung ("Little Boy" ist inzwischen wirklich ein Atombaby) keine Überlegenheit garantiert, wenn sie nicht die feindliche Abwehr austrickst und auf 100 m genau trifft. Umgekehrt müssen die eigenen Apparate vor Angriffen sicher sein, also Methoden des Versteckens entwickelt werden. Diesem Bedürfnis sind die Amerikaner durch ihr neues Landtunnelsystem nachgekommen, so daß sie auch hier, auf dem Felde der Beweglichkeit der von den Russen zu treffenden Ziele, an der Spitze des militärischen Fortschritts stehen.

Doch damit nicht genug. Da das Streben nach politischer Verwendbarkeit des letzten militärischen Mittels das Risiko nicht los wird, vom Gegner vor die Alternative Einsatz oder Niederlage gestellt zu werden, haben sich die US-Strategen auch zu Überlegungen und Taten herbeigelassen, die über die Trennung von konventioneller und atomarer Kriegsführung hinausgehen. Die amerikanische Planung des "begrenzten atomaren Krieges" relativiert diese Trennung, erklärt den atomaren Krieg selbst zu einer konventionellen Auseinandersetzung und damit den konventionellen Krieg wieder zu einer prinzipiell schrankenlosen Angelegenheit, Die amerikanische Strategie ist wieder souverän, indem sie das "letzte Mittel" in das Kriegshandwerk des Grenadiers, des Panzerschützen und jedes Matrosen einbaut. Der atomare Sprengstoff wird als Munition für alle Arten konventioneller. Kriegsführung zubereitet; und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, so wäre er durch die Neutronenbombe erbracht: das Atomzeitalter hat den Begriff des Krieges nicht verändert und ihn auch nicht unmöglich gemacht. Gewalt und Diplomatie haben sich noch nie so ergänzt wie in der amerikanischen Atomkriegslogik:

"Da eine Diplomatie, die nicht mit einem überzeugenden Einsatz von Gewalt zusammengeht, ohnmächtig ist, muß es die Aufgabe unserer Militärpolitik sein, die Lehre und die Fähigkeit des abgestuften Gebrauchs der Gewalt zu entwickeln." (Kissinger, s.172. f.)

Heute haben es die USA zu einer Planung des dritten Weltkrieges gebracht, welche den abstrakten Widerspruch der Atomwaffe, mit dem sie durch die Atommacht UdSSR praktisch konfrontiert worden sind, durch ein perfektes K o n t i n u u m der Gewalt bis zum äußersten ausschöpft und damit bewältigt. Militärisch ist also das von den Amerikanern erdachte und von ihnen zu jeder Phase seiner Entwicklung beherrschte Atomzeitalter von einer unerhörten Fruchtbarkeit. Ganz abgeschmackt ist die Meinung, daß es in der heutigen militärischen Waffenwelt irgend etwas gäbe, das durch die Rationalisierung des Krieges durch die Atomwaffe überflüssig geworden wäre. Von wegen! Jede Streitmacht und jede Teilstreitmacht verfügt über alles, was auf ihrem Sektor in jüngeren Zeiten erfunden worden ist, kein strategischer oder taktischer Kunstgriff auf dem Schlachtfeld hat seine Berechtigung verloren, und der persönliche Einsatz Mann gegen Mann ist durch das vollautomatisierte Schlachtfeld komischerweise auch nicht ausgestorben. Die Entfesselung der Gewalt durch die Atomwaffe erheischt eben Gewalt in jeder Form!

Im übrigen ist die Militärmacht der USA auf dem besten Wege, Fortschritte in der Beseitigung des Widerspruchs zu erzielen, der mit aller bisherigen Perfektionierung des modernen Krieges noch keineswegs beseitigt war: die unvermeidliche Gefährdung ihres Territoriums in einem Atomwaffenkrieg mit der UdSSR. Ihre Strategie für Europa, für die die NATO als Mittel bereitstellt, verfolgt heute nicht nur das Ideal, den USA unter den Bedingungen der atomaren Verteidigung der Weltinsel die alten" kriegsentscheidenden strategischen Vorteile des ersten und zweiten Weltkriegs zurückzugewinnen. Sie verlangen von ihren Verbündeten schon des längeren, daß sie das Schlachtfeld Europa auf "nicht-nukleare Weise" auf "unbegrenzte Zeit" ,,konventionell" verteidigen sollen. Umgekehrt behalten sie die Kontrolle über das Schlachtfeld nicht bloß mit ihren taktischen Atomwaffen, sondern verlagern ihre strategische Auseinandersetzung mit der UdSSR, ihre Konkurrenz um die "nukleare Parität", in ihr Vorfeld Europa, indem sie auf dem Boden der NATO-Partner strategische Atomraketen mit für diesen Kontinent geeigneten Reichweiten stationieren. Zwar läßt sich damit das letzte Risiko nicht ausschalten, aber immerhin ist es erheblich einseitiger verteilt als bisher schon — und diese reife Kriegsplanung läuft in der öffentlichen Debatte der Bundesrepublik, des engsten Verbündeten der Weltmacht USA, unter der Parole "Kriegsvermeidungsstrategie"!

Noch verrückter allerdings mutet es an, wenn Sprecher oder Parteigänger der Sowjetunion deren Anstrengungen auf militärischem Gebiet als Friedensinitiative begrüßen. Als ob die Not dieser Siegermacht des letzten Weltkriegs, sich unmittelbar nach einem Krieg mit riesigen Verlusten und ansehnlichen Verwüstungen des Landes schützen zu müssen, irgendeine Wende herbeigeführt hätte in den Grundrechnungsarten imperialistischer Gewalt. Zunächst hat die Aufrechterhaltung der sowjetischen Armee in voller Kriegsstärke nach dem Krieg nur einen Nutzen gehabt: so konnte die politische Einrichtung ihres europäischen Vorfeldes vonstatten gehen. Da die USA in der Schaffung des Ostblocks eine Bedrohung ihrer Souveränität als fertige Weltmacht gewahrten und darüber hinaus mit Hilfe ihrer Atombombe drohten, sich dieses Problems mit einem atomaren Präventivschlag zu entledigen, waren die Russen auch noch genötigt, aufzurüsten: eben auf dem Felde der Atombewaffnung, um sich der imperialistischen Erpressung nicht beugen zu müssen. Dies ist vom Standpunkt des sozialistischen Aufbaus her überhaupt nichts Erfreuliches, weil die Erzeugung eines Mehrprodukts in Gestalt von Ballermännern, die alle zwei Jahre durch modernere ersetzt werden müssen, bleibende Armut zur Grundlage hat. Rein militärisch betrachtet handelt es sich unmöglich um die "Sicherung des Friedens", wenn sich die UdSSR gegen die politische Erpressung wehrt und den USA das umstandslose Kalkulieren mit dem "letzten Mittel" bestreitet: die SU bedurfte eben einer Streitmacht, die nicht einfach von den USA zerschlagen werden konnte und umgekehrt die feindlichen Gewaltapparate empfindlich zu treffen in der Lage war.

Was immerhin aus dem Gerede vom Frieden hervorgeht, der durch ein Gleichgewicht militärischer Art gesichert sein soll, läßt die Absichten der Arbeiterführer im Kreml in recht zweifelhaftem Licht erscheinen: das Beharren auf der eigenen "Friedensliebe", darauf, daß es sich im Falle der sowjetischen Rüstung um eine defensive handle, verspricht ja der Welt einen Effekt des Rüstungswettlaufs, von dem diese bis heute nichts gemerkt hat. Der Aufbau einer Weltmacht des Sozialismus ist eben nicht dasselbe wie die Sorge um die Durchsetzung des Sozialismus auf der Welt, auch dann nicht, wenn die USA die Beschränkung ihres souveränen Umgangs mit der Gewalt ständig als Zeugnis dafür ansahen, daß die UdSSR die Weltrevolution anzetteln wollte. Die Amerikaner haben es nie versäumt, der Weltöffentlichkeit ihr Ideal einer entwaffneten Sowjetunion ideologisch vorstellig zu machen; und sie haben alles daran gesetzt, ihrem Hauptfeind die Unterwerfung unter ihre Atomkriegsstrategie beizubringen. Heute noch bedienen sich die russischen Strategen und Politiker zwar der einfältigen Beteuerung, bei ihrem Gerät handle es sich um "defensive Rüstung" — was die immanent militärische Unterscheidung zwischen Offensive und Defensive zu einem Charakter ihres Gewaltapparats umlügt —, doch gibt es auf der gesamten Skala moderner Aufrüstung keine Abteilung mehr, in der sie nicht mit den USA um die Führbarkeit des Krieges konkurrieren. Selbst das von den Amerikanern erfundene Taktieren im Gebrauch des "letzten Mittels" ist ihnen inzwischen vertraut, die Führung eines "begrenzten atomaren Krieges" und der Wettbewerb mit "taktischen Atomwaffen" ist im Hin und Her der SALT-Verhandlungen auch für die sowjetische Seite eine Selbstverständlichkeit geworden. Dabei stört es offenbar kaum, daß das amerikanische Militär die ökonomische und politische Abhängigkeit aufrechtzuerhalten hat, in der sich andere Nationen von den USA befinden, während dieser Grund — die Sicherung einer Weltherrschaft — für die "Weltfriedensmacht" doch wohl kaum in Frage kommt. Sicher ist auch der sozialistische Gemeinschaftsgeist im Comecon das, was er immer war, nämlich eine ziemlich bröcklige Sache. Dennoch fällt auf, daß die Sowjetunion wohlproportionierte Ambitionen auf militärischem Felde aufweist, ohne daß auch nur im entferntesten die ökonomischen Grundlagen (und Mittel) vorhanden sind, die einen solchen Einsatz in der Konkurrenz der Gewaltapparate begründen. Das Volk bezahlt diesen "Weg zum Sozialismus" bekanntlich teuer; und selbst in Fällen sowjetischer Waffenhilfe war noch keine Einschränkung der imperialistischen Einflußsphäre auszumachen, sooft es zu amerikanischen Manövern in Sachen Souveränität interessierender Nationen kam. Dafür kann sich der Kreml einiges darauf einbilden, die Zentrale einer Weltmacht Nr. 2 zu sein, die über einen heißen Draht zum Pentagon verfügt und enorm viel Solidarität mit den Völkern an den Tag legt, die der Imperialismus ruiniert. Revisionistische Diplomatie und Kriegskunst spekulieren eben auf die Staatsgewalt als Mittel zur Durchsetzung, und auch hier, in den außenpolitischen Unternehmungen taugt das genuine Programm dieser Menschheitsbeglücker nur zur Imitation bürgerlicher, imperialistischer Praktiken, deren Grundlagen gar nicht vorhanden sind.

III

"Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion stimmen darin überein, daß es ein Ziel ihrer Politik ist, die Gefahr eines Atomkrieges und der Anwendung von Kernwaffen zu beseitigen. Dementsprechend vereinbaren die Vertragsparteien, sich so zu verhalten, daß die Entstehung von Situationen, die eine gefährliche Verschlechterung ihrer Beziehungen verursachen könnten, verhindert wird, daß militärische Konfrontationen vermieden werden und daß der Ausbruch eines Atomkrieges zwischen ihnen sowie zwischen jeder der beiden Vertragsparteien und anderen Ländern ausgeschlossen ist."

Staatsmänner wissen aufgrund intimer Kenntnis ihrer außenpolitischen Taten, daß aus den Gegensätzen ihrer Nationen Gründe für manchen Waffengang erwachsen. Deshalb sind sie bei der Vorbereitung des Krieges ganz gewissenhaft: wenn die militärischen Anstrengungen anderer wie die eigenen schon die beständige Willenserklärung darstellen, den Frieden zu brechen, wenn es "darauf ankommt", so ist die Handlungsfreiheit der Souveränität empfindlich eingeschränkt. Es gilt, Sicherheit zu schaffen, wenn schon nicht darüber, »wann und wo es (anderen) darauf ankommt", so doch darüber, wann dies nicht der Fall ist. Eine spezielle Abteilung Diplomatie hat keinen anderen Grund und Zweck als den, der Vorbereitung des Krieges soviel Unwägbarkeiten wie möglich zu ersparen. Da manche Leute auch im 20. Jahrhundert noch nicht mitbekommen haben, wie wenig Namen zur Sache tun, sind sie angetreten, diese Sorte Diplomatie an dem Titel zu messen, den ihr die Urheber verliehen haben; und deshalb gelangen sie auch zu dem Befund, die "Entspannungspolitik " würde (immer, meist, bisher etc.) scheitern. Empört behaupten sie, diesbezügliche Initiativen seien allein für den Papierkorb erfunden, das Ganze sei ein Schwindelunternehmen — als ob nicht die Kriegssicherungs-Diplomatie unserer Tage zu einigermaßen "konkreten" Ergebnissen gelangen würde. Natürlich gibt es selbst bei den SALT-Verhandlungen einen offiziellen Idealismus — etwa: das Wettrüsten macht den Frieden immer unsicherer, außerdem kommt es "uns" zu teuer . —, diesen Auffassungen ist jedoch unschwer anzumerken, daß sie die Konkurrenz der beiden Atommächte bedauern; und am Geld das für die Aufrüstung und die dazugehörigen Spionage- und Diplomatieunternehmen bereitgestellt wird, kann noch jedermann bemerken, daß das "Gleichgewicht", das "atomare Patt" das einzige Ärgernis darstellt, das die Befugten kennen. Da stehen sich zwei Blöcke, zwei Großmächte gegenüber, bilden den schieren weltpolitischen Gegensatz —und die Handlungsfreiheit, das souveräne Handhaben des Mittels Krieg ist eingeschränkt wie nie, weil sich beide Seiten "in Schach halten"!

Wie ernst es den Großen des Imperialismus mit der Kalkulierbarkeit ihrer Kriegsvorhaben ist, machen nicht nur Tausende von kleinen und größeren Gewaltverzichtsverträgen, Gesprächen mit anschließenden Vereinbarungen, bilateral und multi, über Manöver etc. in Helsinki und bei der UNO deutlich; auch zwischen den Großmächten ist schon allerhand gelaufen, wie unter Anerkennung der feindlichen Macht so dumme Sachen zu verhindern wie einen zufällig ausgelösten Krieg (die Sache mit den Computern und Menschen, die mal ausflippen) oder eine unnütze Ausweitung von Zwischenfällen auf hoher See; ganz abgesehen von Teststoppabkommen (nachdem alle ihre wichtigen Tests hinter sich hatten) und Vereinbarungen über anständiges Betragen im Weltraum, sowie über non-proliferation, an der diejenigen, die alle modernen Waffen haben, absolut kein Interesse bezeugen. Ein rotes Telefon gibt es auch auf beiden Seiten, was nicht gerade auf ein Scheitern von Verhandlungen deutet: so kann man sich über die eigenen Absichten, zumal die mißverständlichen bei irgendeinem Zuschlagen in einer Ecke der Welt, prächtig auf dem Laufenden halten und dem Hauptfeind mitteilen, daß sich dies und jenes ganz bestimmt nicht — zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt — gegen i h n richtet.

Auch die Spitzenleistung dieser Sorte Diplomatie, die SALT-Verhandlungen, sollte niemand vorschnell als sinn- und zwecklos, oder gar als Schwindel abtun: hier geht es um nichts Geringeres als um die Handlungsfähigkeit in Sachen "letztes Mittel", das deshalb auch wie eine ganz gewöhnliche Waffe verhandelt wird — hier ein paar weniger, dort ein paar mehr: Raketen, Sprengköpfe, Abwehrvorrichtungen, Kontrollbesichtigungsflüge "er Satelliten etc. Jeder der beiden Gegner, die da gemeinsame Sache machen, möchte vom Potential des anderen manches gestrichen haben, wobei sich als Grundlage für eine gelungene Erpressung — da man ja momentan nicht Krieg führen will — nur die auf beiden Seiten geschaffenen Voraussetzungen eignen. Da werden kurz vor dem nächsten Abrüstungstreffen die neuesten Erfolge der eigenen Aufrüstung bekanntgegeben, auch geplante (!), um eine "Position" zu haben; und entsprechend schwierig gestalten sich die Verhandlungen, da der Gegenstand der Erpressung hier die Erpressungsmittel sind. Gedroht kann da nur mit dem Totrüsten werden, da im Unterschied zu Handelsartikeln die UdSSR auf dem Felde der Waffen einiges zu bieten und zu verlieren hat! In der Form des Geschäfts mit dem ewigen Bedürfnis nach "Ausgleich" befleißigt sich eben jede Seite der Äußerung von Mißtrauen, weil sie die Rüstung des Gegners kontrollieren will — und "getauscht" werden wechselseitige Verbote und Erlaubnisse.

Über solche Händel werden konsequenterweise weder die strategischen noch die taktischen Atomwaffen, aber auch nicht das konventionelle Zeug weniger. So hat der Abschluß von SALT I zu einer Übereinkunft geführt, die die Raketenabwehrsysteme beschränkt — also so dem Nutzen der Angriffswaffen ihre Brauchbarkeit gesichert und zu deren Fortentwicklung manchen Anstoß gegeben. In SALT II nun soll die Anzahl der Angriffsraketen beschränkt werden, so daß sich der Modernisierung des Verhältnisses von Defensive und Offensive neue Wege eröffnen. Wo wird da eigentlich abgerüstet? Da schlagen sich doch Militärfachleute zweier Großmächte nur mit der einen Frage herum: wie sie in der Konkurrenz ihrer Rüstung das Mittel Krieg für sich wieder brauchbar machen, wobei aufgrund der bereits erwähnten ökonomischen Voraussetzungen die USA an Sparsamkeit nicht denken müssen. Zudem haben sie in SALT III noch einen kleinen Schlager parat: den Einsatz Europas als Stationierungsgebiet für Raketen, die den Westdeutschen etc. zu schönen Schlägen gegen den Ostblock verhelfen, ohne daß die USA "strategische" Wuchtbrummen einzusetzen brauchen. Daß dabei nebenher über den künftigen Kriegsschauplatz Nr. l befunden wird, merkt schon kaum einer...

In den SALT-Verhandlungen wohnt die gegenwärtige Menschheit also schon einem vorläufigen Höhepunkt amerikanischsowjetischer Diplomatie bei. Zu Recht heißt das Ganze Rüstungs-kontrolle, worin beides ausgesprochen ist: daß die Kenntnis sowie die diplomatische Beeinflussung der feindlichen Kriegsmaschinerie wegen der Brauchbarkeit der eigenen für unerläßlich gilt, da ansonsten kein "Ausweg" aus der mißlichen Patt-Situation in Sicht ist; der Atomkrieg muß grundsätzlich als letztes Mittel verfügbar bleiben und der Fesseln ledig werden, die ihm mit der Aufrüstung der Sowjetunion angelegt worden sind. Andererseits: wenn über die Vorkriegsdiplomatie und die sie ergänzenden Techniken der Spionage und des Betrugs (an "Geheimwaffen", die man dann plötzlich präsentieren kann, wird ja intensivst getüftelt) der Atomkrieg endlich wieder zum handlichen Instrumentarium für die so schwierig gewordene Neuaufteilung der Welt herangereift ist, findet vielleicht doch noch Abrüstung statt — eben nach dem Krieg, und zwar einseitig!