Die Eröffnung neuer Perspektiven für Polen dank Trump

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„America first!“ in Aktion – und die ersten Wirkungen (IV)
Amerikanisch-polnische Völkerfreundschaft
Die Eröffnung neuer Perspektiven für Polen dank Trump

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Polen bildet den ersten exemplarischen Fall für die Kollision zwischen dem deutschen Euro-Imperialismus und der neuen amerikanischen Linie: Die Subsumtion Osteuropas unter das deutsch-europäische Großmachtprojekt, das sich die Staatenwelt zurechtmacht und dabei auf der Potenz der Einheit namens „der Westen“ basiert, kollidiert mit dem Standpunkt der USA, denen dieses gemeinsame Fundament keine Beachtung mehr wert ist, die es praktisch aufkündigen. In dieser neuen Lage, in der „der Westen“ keine Verbindlichkeit mehr besitzt, besteht die eigentliche Brisanz der Sache, während die von der polnischen Führung vor allem als eine unerwartete Gelegenheit für ihre Emanzipationsbestrebungen wahrgenommen wird. Ebenso richtet sich der Blick von Deutschland in erster Linie darauf, dass es in seinem Anspruch auf ungehinderte Verfügungsmacht über die angegliederte Staatenwelt im Osten gestört wird.

Für die Kaczyński-Partei, die immer schon mit der subalternen Einordnung ihrer Nation in der EU hadert, stellt der neue US-Präsident, der die europäischen Führungsmächte düpiert, indem er Polen zu einer seiner ersten Adressen in Europa befördert, einen unverhofften Glücksfall dar. Im Verhältnis zu Brüssel akkumulieren sich die Streitfälle, und die PiS ordnet diese in ihre Fundamentalkritik an der EU ein, die der Politik von EU-Kommission und der deutschen Führungsmacht eine „post-koloniale“ nachsagt.

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