Israels Abrechnung mit Iran

Von Kriegsbeginn an verbucht Netanjahu das Stattfinden des Krieges als historischen Triumph seiner Nation. Er feiert ihn als Befreiung der Nation aus einem 47 Jahre lang erzwungenen Stillhalten gegenüber Iran und als entscheidenden Schritt hin zu ihrem „neuen Nahen Osten“, der frei ist von der unerträglichen Gefährdung der israelischen Existenz und jüdischen Lebens. Die für staatliche Kriegsdeklarationen übliche Lyrik einmal beiseite gelassen ist Netanjahus Kriegserklärung also so viel zu entnehmen: Etwas anderes als Krieg kommt für Israel gegen die Macht Iran nicht infrage, und darum darf und wird Israel den nun begonnenen Krieg auch nicht beenden, bevor der Iran aufgehört hat, diese Macht zu sein. Das Recht Israels auf einen Nahen Osten ohne Iran kann der oberste Anführer des tapferen Judenstaates passenderweise auch noch als den im tapferen iranischen Volk verankerten Willen zum Sturz seiner staatlichen Herrschaft ausdrücken, was nur die üblichen Antisemiten als Drohung missverstehen. Was an der Liste der Verbrechen des islamischen Regimes von Netanjahu vorgeführt wird, ist der Anspruch Israels, dem der Iran in so unerträglicher Weise widerspricht.

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