Dossiers

Moderierte Artikelsammlungen zu bestimmten Themen.

Die britische Queen ist kaum eine halbe Stunde endgültig abgetreten, da sind demokratische Öffentlichkeitsarbeiter auf und jenseits der Insel professionell aus dem Häuschen mit ihren vorbereiteten Nachrufen, Sonderberichten und Rückblicken, um damit das Massengemüt gezielt zu ergreifen. Von dem berichten sie dann in den nächsten Sondersendungen, wie sehr es vom Tod der Monarchin ergriffen ist, und von der in Szene gesetzten Trauer, in der wahlweise Großbritannien, Europa oder überhaupt die Menschheit für anderthalb Tage vereint ist.

Das Buch "Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow" befasst sich mit der Kritik der politischen Ökonomie des realen Sozialismus und mit ihrer ruinösen Reform; mit dem Herrschaftssystem der Volksdemokratie und mit seiner Ersetzung durch die Alleinherrschaft des Nationalismus; mit der sowjetischen Weltfriedenspolitik und mit ihrer Kapitulation vor den zu jeder Erpressung bereiten NATO-Mächten, die an Gorbatschow ihren nützlichen Idioten hatten.

Mitten in unserem schönen Europa mit seiner wunderbaren Friedensordnung auf einmal wieder Krieg? Wie konnte es bloß dazu kommen? Ja, wie nur? Auf einmal, mitten im schönsten Frieden, ist da jedenfalls nicht ein Krieg ausgebrochen. Er ist auch nicht aus unerfindlichen Gründen von irgendeinem durchgeknallten russischen Autokraten vom Zaun gebrochen worden. Auch in dem Fall gilt: Die Gründe für den Krieg werden im Frieden geschaffen.

In deutschen Großstädten ist eine neue Wohnungsnot ausgebrochen. Dass die elementare Lebensbedingung für die arbeitende Bevölkerungsmehrheit ein Luxus ist, den sie sich kaum leisten kann, wird hochoffiziell als „soziales Problem“ anerkannt. Politiker versprechen unentwegt, sich dafür einzusetzen, dass „das Wohnen bezahlbar bleibt“ – was schon alles sagt: Nach 150 Jahren kapitalistischen Wachstums ist es das für viele eben nicht.

Der mitfiebernde Blick auf das Elend am Kabuler Flughafen und die Evakuierungsaktionen ist die vorläufig letzte Inszenierung der Gleichung, die westliche Militärpräsenz in Afghanistan sei Hilfe für unschuldige Afghaninnen und Afghanen.

Wieder einmal eskaliert die Gewalt zwischen der Hamas und Israel, und während die einen die anfallenden Toten und Verletzten zusammen- oder gegeneinander aufrechnen, fachsimpeln andere völlig abgebrüht darüber, dass das wohl noch ein paar Tage so weitergeht: solange bis sich beide Seiten trotz aller Feind-Rhetorik dann doch auf einen Waffenstillstand einigen, der bis zur nächsten Eskalation hält.