Unsere Ukraine – ein einziger großer Fall von „Korruption“

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Unsere Ukraine – ein einziger großer Fall von „Korruption“
Friktionen bei der Herrichtung eines failed state zum Frontstaat

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Das Bild, das die deutsche Öffentlichkeit von der Ukraine zeichnet, hat sich seit ihrer Verwandlung in einen Vorposten des Westens stark geändert. Als es noch darum ging, das hiesige Publikum in seiner „Erweiterungsmüdigkeit“ davon zu überzeugen, warum das Land ganz unbedingt mit einem Assoziationsabkommen an die EU angebunden werden muss, war viel zu erfahren über den herrlich „europäischen“ Charakter von Land und Volk: Die Ukrainer seien auf Grund ihrer Geschichte (da figuriert ausgerechnet die k.u.k.-Herrschaft in der Westukraine als Beweis) oder von Natur aus ungleich viel westlicher/demokratischer geartet als die (asiatischen) Betonköpfe in Russland; ein Muster an buntem Pluralismus, Freiheitsliebe und civil society. Mit diesem liebenswerten Wesen, das sich auf dem Maidan gezeigt haben soll, gehörten sie einfach zu unserer Kultur und unseren Werten. Aber mittlerweile hat sich das Bild getrübt, und die Presse hat sichtlich auch die Lust an Berichten über den neuen Partner verloren – abgesehen natürlich von der endlosen Anprangerung russischer Missetaten im Osten. Die westliche Diplomatie moniert ein ums andere Mal eine doch sehr stockende Bereitschaft zu „Reformen“ und energischem Durchgreifen gegen zwielichtige Oligarchen, und überhaupt eine tief verwurzelte Korruption, die bis in die höchsten Kreise reicht: Kein Geringerer als der Präsident selbst ist in den Panama Papers aufgetaucht.

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