Panama-Papers

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Panama-Papers
Sensationelle Erkenntnisse der Forschungsgemeinschaft von NDR, WDR, SZ und auswärtigen Kollegen

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Eine unbekannte Firma am anderen Ende der Welt als Zentrale globaler Geldwäsche und Steuerhinterziehung, kaum zu glauben. Und doch wahr. Beweisbar. Ein Haufen international vernetzter investigativer Journalisten hat im Stile von Interpol unter Anwendung modernster IT-Technik ermittelt und mit den Panama-Papers Beweismaterial in der Hand, das, wie der Chef-Aufklärer von der Süddeutschen in aller Bescheidenheit ankündigt, uns alle zu Zeugen einer historischen Wende bei der Trockenlegung eines weltumspannenden Sumpfes von Steuerbetrug und anderen kriminellen Umtrieben macht.

Das ist nicht wenig, verspricht der Menschheit in ihrer Eigenschaft als ideelle Gesetzeshüter und missmutige Steuerzahler gute Unterhaltung bei der Entlarvung kleiner und größerer Übeltäter, leidet aber doch an einem gewissen Mangel: Dass die Welt insgesamt, und schon gleich, wenn es um Steuerehrlichkeit geht, herzlich schlecht ist, weiß irgendwie ja jeder auch ohne empirisch sauberen Nachweis. Den erbringt der investigative Journalismus aber – ohne dass er bestellt worden wäre – seit Jahrzehnten auch noch, zerrt unermüdlich massenhaft Einzelfälle von Lug und Betrug ans Licht der Öffentlichkeit und beschert dem Publikum den seltsamen Genuss, sich immer wieder in der tief verwurzelten moralischen Gewissheit bestätigt zu finden, dass die Rechtschaffenen aussterben und die da oben letztlich und im Grunde alle Lumpen sind.

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