Aus der Reihe „Was Deutschland bewegt“
Die „Klimakatastrophe“: Ein Bündel guter Gründe, so weiterzumachen wie bisher!

Endlich sagt’s mal wieder wer in der Republik: Der Kapitalismus zerstört ziemlich umfassend die natürlichen Lebensgrundlagen! „Fridays for Future“ machen mit dem Thema Furore und – wer hätte das gedacht – es kommt an. Aber wie!

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Die „Klimakatastrophe“: Ein Bündel guter Gründe, so weiterzumachen wie bisher!

Endlich sagt’s mal wieder wer in der Republik: Der Kapitalismus zerstört ziemlich umfassend die natürlichen Lebensgrundlagen! „Fridays for Future“ machen mit dem Thema Furore und – wer hätte das gedacht – es kommt an. Aber wie! Mit Begeisterung stürzt sich die Öffentlichkeit auf die kleine Greta, vermenschlicht damit die ganze Sache und stellt die wirklich wichtigen Fragen: Was ist das überhaupt für eine, die hier der Erwachsenenwelt Vorträge hält? Ist die denn glaubwürdig? Müssen wir uns das eigentlich gefallen lassen? In dem Streit, der dann wochenlang die Zeitungen füllt, spricht nahezu alles an Greta genauso für wie gegen sie: Als autistischem Kind sagt man ihr eine selbstlose Hartnäckigkeit nach, die schon Grund genug ist, sie als Person ernst zu nehmen. Auf der anderen Seite steht die gleiche Sache dafür, dass sie doch nur ein Kind und dazu auch noch ein behindertes sei, was nicht nur gegen ihre Zurechnungsfähigkeit, sondern gegen jeden Inhalt spricht, den sie vertritt. Auch ihr kleiner Segeltörn über den Atlantik spaltet: Den einen beweist er, wie konsequent Greta für ihre Ideale eintritt und wie berechtigt sie und ihre Bewegung deswegen sind. Den anderen zeigt die zweifelhafte CO2-Bilanz des Trips, dass selbst Greta nicht das lebt, was sie vertritt, ihr ganzes Anliegen also nur ein ebenso verbohrter wie unrealistischer Idealismus ist. Und damit ist das uralt-ewige Generalproblem aufgeworfen, was der in der harten Welt der Wirklichkeit eigentlich taugt. Womit zwei Fortsetzungen auf den Weg gebracht sind:

In der harten Wirklichkeit kümmert sich die Politik – schon immer und jetzt wieder mit frischem Wind – um die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie und lässt dabei keinen Zweifel aufkommen, was das heißt: Ohne Wachstum geht gar nichts, und der Rest hat nur sein Recht, wenn er Beitrag dazu ist, unter anderem mit schönen Produkten zur industriellen Energieerzeugung und schicken neuen – garantiert CO2-freien – Autos für den Weltmarkt. Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft lassen sich gerne von der Bewegung dazu ermahnen und beauftragen, ihre Sache – mit Klimaschutz im Herzen – weiterzumachen. So hat der gutgemeinte Idealismus in der harten Welt der Politik seinen Platz.

Seine wirkliche Heimat hat er aber – wie immer schon – ganz woanders: im Bereich des privaten Konsums und der privaten Lebensführung, wo „ein jeder von uns“ einen Beitrag zum Gelingen der „Menschheitsaufgabe“ Klimawandel leisten kann. Mit freundlichen Grußadressen von ganz oben bekommen „wir alle“ die Verantwortung für die Rettung der Erde übertragen und sollen ausgerechnet im Privaten, wo alle wesentlichen Entscheidungen über die hiesigen Lebensverhältnisse längst getroffen sind, das Unmögliche mit der nötigen Verzichtsbereitschaft möglich machen. Dafür bekommt die Nation auch gleich die passenden moralischen Maßstäbe mit auf den Weg: „Flugscham“ ist das Wort des Jahres und der SUV-Fahrer droht kurzzeitig das neue Feindbild der BRD zu werden. Spätestens da sind die Grenzen der Menschheitsverantwortung endgültig erreicht. Deutschland ohne Verbrennungsmotor? Was ist das überhaupt für eine, die hier ...