Olympiade 2008 in Peking

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IOC gibt Peking den Zuschlag für die Olympiade 2008: Dürfen die das?

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Nach langem Hin und Her hat das Internationale Olympische Komitee seine Entscheidung zugunsten von China gefällt, vor- und nachbereitet von Stellungnahmen aller wichtigen Regierungen sowie fundierten Problemerörterungen seitens der kritischen Öffentlichkeit.

IOC gibt Peking den Zuschlag für die Olympiade 2008: Dürfen die das?

Nach langem Hin und Her hat das Internationale Olympische Komitee seine Entscheidung zugunsten von China gefällt, vor- und nachbereitet von Stellungnahmen aller wichtigen Regierungen sowie fundierten Problemerörterungen seitens der kritischen Öffentlichkeit. Alles in allem:

Wieder einmal eine gelungene „Trennung von Sport und Politik“

China bewirbt sich erfolgreich als Gastgeber einer Sportveranstaltung – heißt es jedenfalls von Seiten all derer, die der olympischen Idee anhängen. Die Öffentlichkeit der westlichen Staaten, die von dieser Idee selbstverständlich auch begeistert ist, bewegt angesichts der Entscheidung des IOC eine ganz politische Frage. Darf das IOC die Olympischen Spiele an ein Land mit „zweifelhafter Menschenrechtslage“ vergeben? Dass Länder, in denen die Prinzipien demokratischen Regierens nicht oder nur eingeschränkt gelten, eigentlich nicht berechtigt sind, dieses sportliche Mega-Event auszurichten, dass der Ort dieser Veranstaltung nicht danach beurteilt werden darf, ob dort gut gehüpft, gelaufen oder geschwommen wird, sondern ein Politikum erster Güte ist, ist allen Kommentatoren klar wie Kloßbrühe: Im Falle der Vergabe der Olympischen Spiele an die Chinesen dürfen „wir“ Sport und Politik nicht trennen, weil dieses Land ein langes Sündenregister hat – eine seiner Hauptsünden besteht schon mal darin, dass es nicht bereit ist, Sport und Politik zu trennen; China hat glatt vor, mit den Spielen im In- und Ausland für sich zu werben, sie für „Propagandazwecke“ zu missbrauchen.

Dass alle Beteiligten reihum die Olympischen Spiele politisch instrumentalisieren, geht schon in Ordnung. Die Veranstaltung im Zeichen der 5 Ringe will sich selber nicht auf die Kategorie „Sport, Spiel, Spannung“ beschränkt sehen, sondern einem höheren, politischen Auftrag dienen.

Die „Olympische Idee“

ist ein Stück internationale Politik, Abteilung gelebter ideologischer Überbau. Ihren Nutzen beschreibt der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland Professor Walter Tröger:

„Am 23. Juli 1894 rief der französische Baron Pierre de Coubertin Sportvertreter aus aller Welt in Paris zusammen, um die antiken Olympischen Spiele wieder aufleben zu lassen. Die von ihm geprägte Idee sollte auf dem Wege des Sports zu einer friedlicheren und besseren Welt beitragen und dabei, frei von jeder Diskriminierung, Fairness und gegenseitige Achtung pflegen und vertiefen. Seit über 100 Jahren hat diese Idee Coubertins nunmehr Bestand. Ihr Erfolg ist unbestreitbar. Die Olympische Bewegung ist seit ihrer Gründung durch alle Fährnisse dieses Jahrhunderts gegangen. Ihre Darstellung in den Olympischen Spielen konnte selbst durch die beiden Weltkriege nur unterbrochen werden.“ (Vorwort zur Neuauflage von: Pierre de Coubertin, Olympische Erinnerungen)

Dass diese Idee nicht totzukriegen ist, selbst Weltkriege ohne größere Blessuren überlebt und seit mehr als 100 Jahren „Bestand“ hat, ist wirklich nicht zu bestreiten. Etwas anderes ist es, ihr wegen dieser Zählebigkeit ein Gütesiegel auszustellen. Für sich genommen kündet die Olympische Idee von der leicht überspannten Absicht, den Verkehr der Staaten durch ein Erziehungsprogramm für ihre Völker zu zivilisieren. Diese Idee haben sich die Gründer der „Olympischen Bewegung“ auf Grund ihrer Betrübnis angesichts des beklagenswerten Zustands der Welt einfallen lassen. In der gehen immer wieder die Völker aufeinander los, veranstalten große Gemetzel und sind selbst dann, wenn die Waffen ruhen, nicht gut aufeinander zu sprechen. Aber das muss ja nicht sein. Der Auffassung ist jedenfalls der französische Baron, der zwar schon auch weiß, dass die Völker in ihrem Nationalismus ein bisschen zum sich wechselseitig Diskriminieren und Verachten neigen – sonst wäre ja auch sein Antrag an sie, sich in Zukunft mit mehr „Fairness und gegenseitiger Achtung“ zu begegnen, überflüssig –, der sich aber ganz gut auch das Gegenteil vorstellen kann: dass sie ihren Nationalismus um die Tugend der Zurückhaltung ergänzen und sich vielleicht in ersterem ein wenig zügeln, wenn man ihnen die Pflege letzterer als vergnügliche Veranstaltung nahe bringt. (Eigens bestärkt worden ist der Herr Baron in seinem olympischen Gedanken im übrigen noch durch die Sorge, die „proletarische Jugend“ könnte auf Abwege geraten, dem Laster verfallen oder, schlimmer noch, sich revolutionären Umtrieben anschließen, wenn man sie nicht per sportlicher Betätigung auf andere Ideen bringt.)

So starten die Olympier ihr Völkererziehungsprogramm getreu der Devise: Wenn die Völker sich schon nicht auf dem Feld vertragen können, auf dem die wirklichen Erfolge und Niederlagen der Nationen ausgefochten werden, dann können sie das Sich-Vertragen immerhin auf einem anderen Feld üben, wo es um nichts Wichtiges, eben bloß um spielerische Erfolge geht. Dadurch wird dann zwar die Politik nicht ziviler, aber der Sport politisiert.

– Damit sich die Zuschauer die Tugend der Anerkennung der Leistungen fremder Völker antrainieren, gehören die Sportler völkisch sortiert: Aufmarsch der Nationalmannschaften bei Eröffnungs- und Schlussfeier, Startlisten mit Herkunftsländern, Nationalhymne und -flagge für die Medaillengewinner. Wenn der so instruierte Zuschauer seinen Gefühlen dann freien Lauf lässt, mit „seinen“ Sporthelden mitfiebert und sich über den „Medaillenspiegel“ freut oder ärgert, dann hat er in den Augen der Veranstalter aber alles falsch gemacht. Der Herr Baron hat nämlich verlangt, dass „bei den Olympischen Spielen Beifallskundgebungen lediglich im Verhältnis zu Leistung stehen (sollen) unter Ausschaltung jeglicher nationaler Parteilichkeit.“ Das Nationalempfinden soll „auf Urlaub geschickt“ werden, während es doch gerade mit Material versorgt wird.

– Die Sportler sollen als „Botschafter“ ihrer Nation Ehre für sie einlegen. Sie begreifen den Ernst der Aufgabe, hängen sich rein, um der Nation eine Blamage zu ersparen, gefährden gar ihre Gesundheit, indem sie per Chemie Muskelmasse aufbauen, und auch sie müssen sich vom Komitee sagen lassen, dass es so nicht gemeint war: Der Olympische Geist verlangt einen „fairen Wettbewerb“ und lässt die Sportler durch die Dopingkontrolle rasseln. Nicht Gewinnen – „Dabeisein ist alles!“

Wenn neben dieser Sorte Völkerverständigung mal wieder ein Krieg fällig ist, stürzt das die Olympier nicht in Verzweiflung. Mehr als einen „Beitrag“ zu einer „friedlicheren Welt“ haben sie sowieso nicht versprochen. Dass es immer wieder kracht, beweist in ihren Augen ja gerade, wie wichtig Olympische Spiele sind. Weshalb sich der Baron die allergelungenste Ausführung seiner Idee als Intermezzo mitten im Krieg, als spontane Verwandlung der Kombattanten in edle Wettkämpfer vorzustellen vermag:

„Ich meinerseits würde es begrüßen, wenn mitten im Kriege die gegnerischen Armeen ihre Kämpfe unterbrächen, um Spiele der Muskelkraft auf loyale und ritterliche Weise zu begehen.“ (Coubertin, Olympische Erinnerungen)

Er versäumt es leider nur, uns davon zu unterrichten, ob er die schöne Sitte der alten Griechen, alle 4 Jahre beim Kriegführen eine Pause einzulegen, auch in der Hinsicht wiederaufleben lassen will, dass sich die gegnerischen Armeen nach Absolvieren der Spiele wieder die Köpfe einschlagen sollen…

… ergreift die Staaten

Die Idee macht Karriere. Die Staaten finden es Klasse, dass sie ihre schnöde Konkurrenz um Geld und Macht um eine weitere auf dem Gebiet der Ehre ergänzen und sich jetzt auch noch beim Sport in Szene setzen können. Zusätzlich zu der Angeberei, die sie sowieso mit Fahnenschmuck, Kultur, Protzbauten und sonstigem Pomp betreiben, schinden sie bei Ihresgleichen und ihren Untertanen Eindruck, indem sie sich als die Heimat aller Sportgranaten präsentieren. Sie ergänzen ihre Ministerien um das Ressort „Sport“ oder die Armee um eine Sportkompanie, damit olympische Erfolge zustandekommen.

Und weil vom Glanz der Veranstaltung auch immer eine gehörige Portion auf den Veranstalter fällt, kämpfen Nationen schon vor den Spielen um die besondere Ehre, sie ausrichten zu dürfen. Griechenland, der Namensgeber der Idee, zum Zweck der Traditionsstiftung mit der ersten Veranstaltung der neuzeitlichen Spiele betraut, fühlt sich durch die Versammlung der Völkergemeinde dermaßen gebauchpinselt, dass es die Spiele gleich für immer behalten möchte. Die Monopolisierung der Völkerspiele durch eine Nation kann die Sportvölkerfamilie aber nicht zulassen, weswegen regelmäßig ein weiterer Wettbewerb aufgelegt wird: Die Bewerbung von Staaten, vertreten durch ihre Großstädte und Skipisten, um die Ausrichtung der nächsten Spiele. Neben ihrem Botschafter bei der UNO brauchen die Nationen nun auch noch einen für den Schönheitswettbewerb beim IOC. Dessen Entscheidung über die Vergabe der Spiele ist mindestens so ein Theater wie die Papstwahl, weil hier ca. 160 verschiedene sportpolitische Überlegungen unter einen Hut gebracht, Koalitionen gebildet, Intrigen gestrickt und Bestechungsgelder hin und her geschoben werden müssen. Schließlich geht es nämlich auch noch um sehr viel Geld. Dasjenige, das in der Nation hängen bleibt, die sich die Spiele an Land gezogen hat, das, welches die „Sponsoren“ verdienen wollen sowie die gesamte Sport- und Unterhaltungsindustrie, die sich den Athleten an die Fersen heften und auf deren Hemdkrägen, Mützen und Erfrischungsgetränken verewigen.

Im aktuellen Fall spricht da so manches dieser vielfältigen Interessen für die Bewerbung Pekings: 1. spielt China eine wichtige Rolle in der Welt, weswegen „Olympia für ein Fünftel der Menschheit zu öffnen ist.“ (Jacques Rogge) 2. ist Peking schon einmal mit seiner Bewerbung für die Spiele 2000 knapp gescheitert, also diesmal – aus Gründen der olympischen Fairness – dran. 3. muss ein deutscher NOK-Chef daran denken, dass eine erfolgreiche Bewerbung von Paris bedeuten würde, dass Deutschland sich nicht für die Spiele 2012 bewerben kann, weil Europa nicht zweimal hintereinander dran kommen darf. Deswegen stimmt er für Peking, obwohl auch er diese Kandidatur für „bedenklich in menschenrechtlicher Hinsicht“ hält. 4. hoffen einige amerikanische Unternehmen, die sich auch als Sponsoren der Spiele betätigen auf „große Chancen für einen Zugang zum chinesischen Markt…“ (FAZ 8.8.) usw. usf.

… und wird zur diplomatischen Waffe

Wenn die Entscheidung des IOC einmal gefällt ist, ist noch lange nicht Schluss. Die politisch Mächtigen können die Frage, welcher Nation die Ehre, Gastgeber Olympias zu sein, berechtigterweise zusteht, doch nicht den Sportfunktionären überlassen. Sie prüfen, ob einem Land olympische Ehren gebühren, weil es sich an ihre Spielregeln hält, oder ob es sich bei ihm um einen outlaw handelt, der sich durch die Hintertür des Sports den Zugang zum Kreis der ehrenwerten Nationen bloß erschleichen will. Im äußersten Fall bremsen sie ihre ganze hochtrainierte und -motivierte Sportequipe aus und kündigen die Teilnahme an den Spielen, um dem Veranstalter zu beweisen, wie isoliert er in der Völkerfamilie dasteht. Einen Boykott der Spiele, mit dem man der Sowjetunion 1980 nach ihrem Einmarsch in Afghanistan klarmachte, dass sie die vom Westen festgelegten Regeln des Fairplay verletzt hatte, behält man sich im Falle Chinas noch vor. So wird die Anerkennung, die die Vergabe der Spiele darstellt, gleich in Frage und unter eine Bedingung gestellt: Die Staatsführung hat die „Menschenrechte zu achten“. Sie muss einsehen, dass sie in Zukunft so zu regieren hat, wie ‚wir‘ es von ihr wünschen. Ob China tatsächlich wegen Olympia 7 Jahre auf die Rückeroberung seiner abtrünnigen Provinz Taiwan verzichtet, wie die hiesige Öffentlichkeit jetzt schon spekuliert, sei einmal dahingestellt. Dass aber die Spiele als ein Hebel gedacht sind, China auf eine Politik zu verpflichten, die dem Westen passt, wird an solchen Überlegungen allemal deutlich. Der deutsche Innenminister Schily findet jedenfalls die Wahl Pekings „vorzüglich in politischer Hinsicht“, denn die Spiele „sollten der demokratischen Entwicklung gut tun.“ Und falls sich China weigern sollte, diese optimistische Prognose wahr zu machen, könnte Deutschland zum selben Urteil wie die USA gelangen. Dort hat das Repräsentantenhaus gerade den Vorbehalt wg. ‚Menschenrechte‘, den die neue Regierung berechnenderweise zurückgestellt hatte, gegenüber China erneuert und sich gegen Spiele in Peking ausgesprochen.

Der Sport als Mittel der Systemzersetzung, die Ausgestaltung der Vorbereitungsphase bis zu den Spielen zum Dauertest auf Chinas Fügsamkeit, Sportler, Sport- und sonstige Journalisten als ehrenamtliche Inspekteure, die vor Ort neben dem Fortgang der Bauarbeiten auch den Respekt kontrollieren, den China den Menschenrechten zollt oder verweigert – das ist doch eine schöne Nutzanwendung der „Olympischen Idee“.

Die Öffentlichkeit hat Sorgen: Klappt die Erpressung?

Die Öffentlichkeit entfacht ein heftiges Pro und Contra bezüglich der Spiele in Peking, das die politische Behandlung der Spiele als Mittel der Einflussnahme auf die Volksrepublik um phantasievoll zurechtkonstruierte Erfolgs- oder Misserfolgsberechnungen ergänzt. Die eine Hälfte plädiert auf Optimismus und meldet, dass sich bereits erste Erfolge abzeichnen:

„Die Olympischen Spiele wirken offenbar beruhigend. Die alte Radikalität der Massen ist verschwunden, stattdessen wollen die Chinesen feiern und dabei sein. In Peking versammelte man sich gestern nicht vor der Heldensäule auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wo es die jungen Revolutionäre seit Mao hinzog, sondern vor dem neu errichteten „Jahrtausendaltar“, einem Staatsdenkmal, das frei von den Parteiparolen Chinas alten Geschichtsmythos pflegt. So ist die Volksrepublik dabei, sich eine entideologisierte Öffentlichkeit zu schaffen. … Der gestrige Sieg stärkt die Partei – doch in ihr die Reformer, die sich von den Spielen eine Öffnung erhoffen.“ (taz)

So mögen wir China. Ganz „entideologisiert“ agitiert der Staat seine Massen nicht mehr mit den Vorzügen des Sozialismus für sich. Die Massen sollen ihren Staat einfach deshalb gut finden, weil es ihn gibt, und das schon immer, seit „Jahrtausenden“. Woraus wir lernen: Ideologisch denkt, wer seine Zustimmung zum Staat an Bedingungen knüpft. Als ideologiefreies Denken hingegen hat die Anpassung an die mächtigen „Realitäten“ zu gelten, wie sie die freie Welt auch noch in China herzustellen bemüht ist. Dafür sind die Spiele ein prima Mittel, weil ihre Vergabe die Leute in der KP stärkt, die China für Anträge „öffnet“, die „wir“ ihm stellen.

Die andere Hälfte ist eher skeptisch bezüglich der subversiven Leistungen Olympias. Das liberale Weltblatt aus München fragt unter der Überschrift „Legitimation für Kerkermeister“:

„Darf das Fest der Welt nach China vergeben werden, weil dies die vage Chance bergen könnte, den barbarischen Spieltrieb der KP-Mandarine zwischen Arbeitslager und Massenexekution zu dämpfen? Klar, sagen Pekings Befürworter, das Land braucht Olympia, um sich aus seiner totalitären Erstarrung zu lösen. Die Trommler für China verkünden unablässig, man brauche dem Riesenreich nur fünf Ringe aufs Haupt zu pflanzen, und schon sei es mit Freiheit und Demokratie beseelt. … Nie hat Olympia rasende Betonköpfe zur Raison gebracht. … Von Öffnung zu schwärmen, darauf zu setzen, dass das größte und potenziell mächtigste Land der Erde humanitäre Umwälzungen plant wegen der Sportsause, ist fast nicht mehr blauäugig, eher gelogen.“ (SZ, 10.7.01)

Feudalistisch-sadistische, einer hemmungslosen Spielsucht verfallene, massenmordende Völkergefängniswärter sind in China an der Macht. Und die sollen ausgerechnet durch Olympia „zur Raison gebracht“ werden?! Dazu bedarf es doch wohl anderer (Gewalt-)Mittel! Der Kommentator mag sich gar nicht mehr fassen angesichts dieser Vorstellung, degradiert sein hehres „Fest der Welt“ nur drei Zeilen später zur „Sportsause“, um die „Blauäugigkeit“, ja „Verlogenheit“ dieser Strategie zu geißeln. Andererseits soll derselben „Sause“ immerhin die Funktion zukommen, „Kerkermeister“ zu legitimieren. Wo aber „Kerkermeister“ oder „gute Demokraten“ zu Hause sind, das dürfen doch nicht die Herren der Ringe bestimmen. Für das Aufpflanzen von Gütesiegeln sind ja wohl nur die in Berlin und Washington zuständig – bzw. letztlich ihre rasenden Reporter.


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