Anhang
National-Ökonomie mit internationalisiertem Kapital

Das staatliche Interesse gilt dem Erfolg des Kapitals. Die politische Macht sichert die Privatmacht des Geldes, befördert das Wachstum der Geschäfte, welche dem Staat einerseits seine Revenue sichern, andererseits die Produktionen, die er mit dieser Revenue kauft. Der Ersatz von Revenue durch Kredit ergibt sich sehr notwendig aus dem Bedarf an Schulden als Geschäftsmittel und Geschäftsartikel, welche garantiert sein wollen. Mit dieser Garantie emanzipiert sich der Staat bei seinen Haushaltsrechnungen prinzipiell von der ihm tatsächlich zufallenden Revenue. Einmal eingeführt, entdeckt der Garant des Kreditsystems, dass Gewalt für ihn ein ganz guter Geldersatz ist, er sich also nicht am Nachzählen von für seine Kasse wirksamen Privatgeschäften orientieren muss, wenn er sich bedienen will. Dass er dennoch zählt, was die Konjunktur hergibt; dass er seine Verschuldung ordentlich verbucht und verzinst, also alles nach den Regeln seiner Marktwirtschaft abwickelt, was ihm nur aufgrund seiner ökonomischen – weil politischen – Sonderstellung erlaubt ist, hat gute Gründe. Es nützt ihm nämlich gar nichts, dass er für seinen Machtbereich ‚eigentlich‘ jede Menge Kredit ‚schöpfen‘ und in Umlauf bringen kann. Wenn – per Krise, per Akkumulation von Nullen – der Kredit sein Vertrauen einbüßt, ist seine ökonomische Macht dahin.

Aus dem Buch
2016 | 180 Seiten | 20,00 € | bestellen
Systematischer Katalog
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Konkordanz

Die fertiggestellten ersten Abschnitte eines vor längerer Zeit geplanten Aufsatzes über den modernen Weltmarkt, die hier wiedergegeben werden, waren eine Vorlage für die Ausarbeitung der Kapitel III und IV dieses Buches.