Warum soll die DDR-Mark konvertibel werden? Und wozu braucht der „Reale Sozialismus“ ausgerechnet
„Kapitalhilfe“?
Kapitalisten hören es gern, wenn man ihre Geschäftemacherei in fremder Herren Länder „Hilfe“ nennt. Das ist verständlich. Denn sie wissen es besser; durch das freundliche Etikett lassen sie sich bei nichts stören; schon gar nicht in ihrer strikten Forderung nach garantiertem Profit als unerläßlicher Voraussetzung ihrer Hilfsbereitschaft. Am Ende sammeln sie mit dem Reichtum auch noch die Komplimente ein. Demokratische Staatsmänner nennen es mit großem Nachdruck „Hilfe“, wenn sie ihren Kapitalisten bei Auslandsunternehmen mit Rechtsbeistand und Kreditgarantien zu Diensten sind. Denn damit stellen sie klar, daß – in der geordneten Welt von heute – Staaten und Völker es mit jedem erwünschten Entgegenkommen zu danken haben, wenn sie zum Betätigungsfeld bzw. zur Manövriermasse auswärtiger Geschäftsinteressen und Geschäftstätigkeit werden. Wer sich an einem anderen Land kapitalistisch bedient, der „hilft“; und wer so hilft, hat nicht bloß den Nutzen und die Macht, sondern auch einwandfreie Rechte: So ist es imperialistische Sitte. Jetzt denken also auch die Vertreter des „Realen Sozialismus“ nichts als „Hilfe!“, seit sie ein kapitalistisches Geschäftsleben in ihre „Planwirtschaft“ einführen wollen und um die Absicherung dieses „Fortschritts“ durch finanzkräftige kapitalistische Staaten ersuchen. Das Wort „Hilfe“ hören sie in dem Zusammenhang nicht so gern, weil ihnen das gegen die „realsozialistische“ Ehre geht. Aber sonst sind sie zu allem bereit.