Wien - 15.11.2018 - 19:00

US-Sanktionen gegen Iran und alle anderen:
Der neue Dollarimperialismus nutzt und verdrängt den alten
Veranstalter: 
AK Gegenpositionen
Referent: 
ein Redakteur der Zeitschrift GegenStandpunkt
Datum & Uhrzeit: 
Donnerstag, 15. November 2018 - 19:00
Adresse: 
Hörsaal 3, NIG, Universitätsstr. 7 1010 Wie

Die US-Führung kündigt den Atomdeal mit Iran. Der Grund für ihr Ärgernis liegt weniger im
Atomprogramm Irans als in dessen berechnendem Verzicht darauf. Denn die dafür vertraglich
zugesicherte Konzession bedingten Lebenlassens des iranischen Regimes und der widerruflichen
Neuzulassung des Landes zum Weltmarkt erklärt die neue US-Regierung im nachhinein zum
Kniefall vor einem Feindstaat und vor den anderen Beteiligten – Rivalen und Verbündete schließt
das gleichermaßen ein.

Damit wird eine Kündigung viel prinzipiellerer Art vorangetrieben: die der alten, im europäischen
Rückblick beschönigend „regelbasiert“ genannten Weltordnung. Diese neue Linie Amerikas fängt
sich den Vorwurf ein, egoistischer Nationalismus, gar „Trumps Dollarimperialismus“ zu sein. Das
ist ungerecht. Denn dass Trump die Welt mit der Vertragskündigung, den Sanktionen und
weitergehenden Sanktionsdrohungen konfrontieren kann, ohne dass die betroffenen Mächte sich
eine relevante Gegenwehr trauen, zeugt davon, dass Amerika schlicht die überlegene Macht dazu
hat – aus der bisher geltenden Weltordnung, woher sonst. Auch die war also eine Art von USImperialismus,
der alle Nationen mit Druck, Angeboten und unter allerlei „Regeln“ auf die globale
Dollarökonomie als ihr alternativloses Lebens-, Macht-, Konkurrenz- und Aufstiegsmittel
verpflichtet hat. Das hat dem Dollar die Macht verschafft, die Trump nun rücksichtslos als Waffe
für das Recht amerikanischer Überlegenheit gebraucht.

Dass Parteigänger des Aufstiegs Europas innerhalb der US-Weltordnung der atlantischen Vormacht
nun „Imperialismus“ vorwerfen, liegt daran, dass dieser US-Imperialismus neuen Typs Europa auf
einen Rang zwischen Irrelevanz und Störung degradiert.